Sep
29
2009

Heute aufgeschnappt. Dialog unter zwei Wahlberechtigten.
Sie: »Ich habe FDP gewählt!«
Er: »Warum das denn?«
Sie: »Ich find den Westerwelle nett. Schwule Männer sind immer so freundlich zu Frauen«
Er: »Ja. Soweit ist es mit unserem einstmals stolzen Land gekommen«
Sie: »Wie meinst du das?«
Er: »Eine Frau, noch dazu eine so hässliche Tante aus der Zone, ist Kanzler. Und Außenminister wird eine schwule Föhnwelle«
Sie: »Was sollen die Amerikaner denn sagen? Sie haben einen Schwarzen als Präsidenten. Da ist mir Frau Merkel aber lieber«
Er: »Aber die Amerikaner haben wenigstens eine First-Lady mit hübschen Beinen«.
Dialog Ende. Was bleibt? Kopfschütteln über derartige “Politikkompetenz”.
Obwohl – die Beine von Frau Obama sind wirklich ganz nett.
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Sep
28
2009

Gestern war Bundestagswahl. Da ich zum Glück den ganzen Tag dienstlich unterwegs war, ist die Berichterstattung fast komplett an mir vorbei gegangen. Passt irgendwie zu dieser Wahlperiode, denn auch der sogenannte Wahlkampf war ja eigentlich nicht existent. Gewählt habe ich, klar. Briefwahl. Und ja, ich habe mich an das mir selbst gegebene Versprechen nach der letzten Wahl gehalten, dieser SPD meine Stimme nicht mehr zu geben. Offensichtlich war ich nicht der einzige.
Das Wahlergebnis ist bekannt. Nicht, dass ich es begrüßen würde. Schwarz-Gelb, Angie und Guido – es werden vier schwere Jahre auf uns zukommen. Schwarz-Gelb – das ist hinter der Fortführung dieser unsäglichen großen Koalition das zweitschlimmste Szenario. Doch eben auch der erste Schritt in die richtige Richtung. Es wird wieder eine Opposition geben. Endlich. Nach den vier elenden Jahren der großen Koalition, die ungestraft jeden Blödsinn verzapfen durfte, gibt es eine Opposition, deren Stimme gewichtig ist. Die Grünen haben zugelegt, die LINKE ganz gewaltig. Und wenn die SPD ihre historische Chance begreift, kann sie jetzt die Weichen für ein Comeback stellen.
Grundvoraussetzung ist eine Runderneuerung. Alte, verbrauchte Zöpfe aus der Schröder-Zeit und vor allem der gescheiterten großen Koalition müssen abgeschnitten werden. Radikal. Frisches Blut muss her, junge Gesichter und eine Rückkehr zu den wirklichen sozialdemokratischen Werten, verbunden mit einer Annäherung an die LINKE und die Grünen.
Das Wahldesaster ist das Beste, was der SPD passieren konnte. Wenn sie es nun richtig macht, wird 2013 wieder eine echte Volkspartei zur Wahl stehen und gewinnen. Schafft die SPD den Neuanfang jetzt nicht, wird sie auf Jahre hinaus unwählbar bleiben. So wie am 27. September 2009.
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