Okt 3 2009

Tag der deutschen Einheit

Heute ist “Tag der deutschen Einheit”. Feiertag anlässlich der Wiedervereinigung. Nun ja. Ich bin mit der DDR als Land “da drüben” aufgewachsen. Dieses große Ziel der Einheit Deutschlands war für meine Generation, zumindest wenn man keinen direkten Bezug zu Menschen in der DDR hatte, nicht ganz schlüssig.

Aber wir haben uns ja “blühende Landschaften” dazu geholt und letztlich alle davon profitiert. Ein Volk von Brüdern …

Belassen wir es dabei. Es sind sicherlich viele Fehler gemacht worden und auch zwanzig Jahre nach der Einheit sind wir von einer solchen weit entfernt. Allerdings sehe ich auch keine Lösung, wie man es 1989/90 hätte anders machen können. Die “schrittweise Vereinigung” hätten weder die westlichen Profiteure noch die ostdeutschen Bürger mitgemacht.  Eine andere Lösung, als dieser letztliche historische “Schnellschuss”, wäre kaum praktikabel gewesen.

Am heutigen Tag der deutschen Einheit wurde ich übrigens noch mal ganz stark an die DDR erinnert. Samstag, Feiertag – es war wie ausgestorben im Städtchen heute früh. Fast jedenfalls. Denn meine Stamm-Bäckerei hatte von 9-11 Uhr geöffnet und frische Brötchen waren nicht nur mein Objekt der Begierde. Tief im Westenwar es wie damals im Osten: Eine riesige Schlange Menschen, bis weit auf den Bürgersteig.

Immerhin: Es gab genügend Brötchen und sie waren noch warm und äußerst lecker …


Sep 14 2009

Günter Netzer

netzer

Es war sein letztes Spiel für Borussia Mönchengladbach. Pokalfinale 1973 gegen den 1. FC Köln. Die Geschichte mit der Selbsteinwechslung von Netzer und seinem entscheidenden Tor in der Verlängerung ist schon tausendfach erzählt. Ich habe damals als kleiner Knirps vor dem Fernseher gesessen und ab diesem Moment mein kleines Fußballherz an Borussia Mönchengladbach verloren.

Wer weiß was passiert wäre, hätte Netzer damals vorbei geschossen. So ist Borussia Mönchengladbach ein Teil meines Lebens, seit mittlerweile 36 Jahren. “Schuld” hat Günter Netzer, der heute 65 Jahre alt wird. Glückwunsch und nochmals Danke für diesen Schuss …


Sep 9 2009

Pfandsammler

Kapitalanlage

Kapitalanlage

Gestern in der Kölner Einkaufsstraße wartete ich ob des schönen Wetters gerne außerhalb der Geschäfte auf meine Begleiterinnen, die eifrig shoppen wollten. Ich besah mir derweil das bunt gemischte Publikum, das sich durch die Straßen schlängelte. Eine unglaubliche Anzahl verschiedener Typen – sehr interessant. Man hätte echte Studien betreiben können und auch für die Street-Fotografie gab es eine Menge Motive. Leider lag die Canon daheim …

Aber zum Thema. Ich hatte mich strategisch günstig gegenüber dem Ausgang des Geschäfts positioniert, damit mir meine Begleiterinnen nicht entwischen konnten. Zwei, drei Meter neben mir war ein Mülleimer. Dieser erfreute sich in den rund 10 Minuten einem unglaublichen Interesse. Nicht, weil besonders viele Menschen ihren Unrat hinein warfen, sondern weil sich ungemein viele für den Inhalt des Eimers interessierten. Fünf oder sechs “Typen” suchten nach Pfandflaschen. Drei kann man der Kategorie ‘Obdachlos’ zuordnen, die anderen sahen zwar nicht besonders gepflegt aus, fielen aber nicht wirklich auf.

Ich muss zugeben, dass ich ob der Anzahl der Pfandsammler in so kurzer Zeit erstaunt war. Und ein wenig erschreckt.