Nov 30 2009

Bambi für Kohl

Klar, Helmut Kohl ist alt und krank. Da gehört es sich nicht, schlecht über ihn zu reden bzw. zu schreiben. Dass dem “Aussitzer aus Oggersheim” nun das “Millennium-Bambi” verliehen wurde, stößt mir allerdings auf. Nicht, dass ich solchen Preisverleihungen mehr Bedeutung beimessen würde, als sie verdient hätten (nämlich so gut wie keine). Helmut Kohl jedoch als “Einheitskanzler” zu feiern und zu heroisieren, ist ein sehr, sehr verklärter Blick auf sein Lebenswerk.

Besonders für einen Mann, der als Musterbeispiel dafür dient, was Moral mit Politik zu tun. So gut wie nichts.


Nov 24 2009

Doof wie ein Bierdeckel

Ein interessantes Zitat von Michael Gantenberg in einem GALORE-Interview zum Thema Fußballer:

Da ist ein Mensch plötzlich nicht mehr in der Lage, Tore zu schießen, weil er angefangen hat, darüber nachzudenken, wie es ist, Tore zu schießen. Die meisten Jungs sind doof wie ein Bierdeckel – und schießen die selbstverständlichsten Tore der Welt. Stichwort Andi Brehme bei der WM 1990: Wer sonst hätte diesen Elfmeter im Finale schießen sollen?


Nov 11 2009

Robert Enke ist tot

enke

Es war, als würde mir ohne Vorwarnung jemand in die Magengrube schlagen. Als ich gestern Abend eher nebenbei die Nachricht vom Selbstmord von Robert Enke mitbekam, war ich völlig konsterniert. Und auch heute erscheint es für mich unfassbar. Was muss auf diesem Menschen gelastet haben, dass er nur diesen Ausweg sah?

Mir ist immer noch schlecht. Rest in peace. Mehr bleibt nicht.


Nov 4 2009

Verarscht. Aber wer wen?

zeit.de

“Opel” ist für mich das Unwort des Jahres. Wie nervig waren doch die ständigen Meldungen über den Wasserstand der Krise beim Autobauer, wo doch jeder wusste, dass ihnen das Nass schon weit über die Halskrause ragte. Man hatte teilweise das Gefühl, das ganze Wohl der Deutschen Wirtschaft hängt am Schicksal von Opel.

Doch dann verkündete Frau Merkel kurz vor der Wahl stolz »Opel ist gerettet«. Super-Angie und ihr (schon wieder Ex-)Wirtschaftsminister Herr Theo Von und Zu sonnten sich im vermeintlichen Erfolg des Verkaufs von Opel an Magna. Ungeachtet der Bedenken der EU, ungeachtet vieler fundierter Zweifel, dass die Lösung Magna tatsächlich gleichbedeutend mit einer Rettung sei.

Aber vor der Wahl interessiert das nicht. Jetzt ist nach der Wahl und GM vollzieht mal eben einen U-Turn. Verarscht, verarscht – das möchte man Merkel & Co. zurufen wollen. Oder auch nicht. Denn eigentlich haben sie ja die gutmütigen Schäfchen im Wahlvolk verarscht und sich einen Erfolg an die Schwarze Brust geheftet, der wie so vieles in der heutigen Zeit eine Blase mit heißer Luft war.

Und mal schauen, was nach dem Platzen der Blase mit den 1,5 Milliarden Euro Überbrückungskredit wird, den Opel vom Staat erhalten hat. Da GM Opel nun behält, müsste der Kredit eigentlich zurückgezahlt werden. Eigentlich …